The King of Azonto – Gasmilla

Gasmilla

„Don’t listen to your mouth, but look at the bigger picture!“

#Aboodatoi #MyFuture2020

Gasmilla ist der König des „Azonto“. Seine Songs kombinieren Ghanas Tanztrend No.1. mit Sozialkritik und Lebensweisheit. In seinem großen Hit aus dem Jahr 2015, „Telemo“, kritisiert er den Umgang der Jugend mit den Sozialen Medien.

Es gibt eine ganze Reihe von Künstlern, die behaupten, sie hätten den Azonto, Ghanas Tanz-Trend Nummer 1, zum Leben erweckt (Siehe auch: http://urbanafricafestival.com/azonto/). Doch niemand verkörpert die lokale Pop-Musik mit eigenem Tanzkonzept so wie Gasmilla. Der 30-jährige Rapper stammt aus James Town, jenem Stadtteil Accras, aus dem die Tänze der Fischer ursprünglich stammen. Gasmilla hat als erster Künstler bereits 2011 die Tänze in seine Musikvideos integriert, also deutlich bevor der Azonto über London auch Einzug in die Clubs von Europa hielt. Der Song „Aboodatoi“, der ihm später auch als Vorlage für einige Azonto Tanz-Tutorials und Workshops in England diente, hat eine motivierende Botschaft. Darin heißt es, „höre nicht auf deinen Mund, auch wenn mal kein Fleisch auf deinem Teller liegt.“ Anstatt sich mit temporären Problemen aufzuhalten solle man, auf zukünftige Möglichkeiten bedacht, ein langes Durchhaltevermögen beweisen.

Gasmillas soziales Engagement hat ihm den Spitznamen „International Fisherman“ eingebracht. In seinen Songs ergreift er immer wieder Partei für die Community der Fischer. Im Song „Letter to the Government“ prangert er die harten Arbeitsbedingungen der Fischer Accras an. Während es sich die meisten Arbeiternehmer in anderen Jobs leisten könnten ausführlich Urlaub zu machen, müssten die Fischer von Accra Tag ein Tag aus in See stechen. Auch mit seinem Song „FaleFale“ kümmert sich Gasmilla um die Belange der Bevölkerung. Der Song ist ein Aufruf an die Bewohner Accras in gemeinsamer Aktion den Homowo Beach von Müll zu befreien. Die Verschmutzung durch Plastik und Schrott würde schließlich nicht gerade den Tourismus beflügeln. 

Mit seinem Hit „Telemo“ löste Gasmilla 2015 sogar ein kleines Internet-Meme aus. Leute begannen sich mit Gegenständen aus ihrem Arbeitsalltag auf dem Kopf zu fotografieren und stellten die Selfies anschließend unter dem Hashtag #Telemo ins Netz. Der Song kritisiert den unreflektierten Umgang Jugendlicher mit den Sozialen Medien. Sie würden sich viel zu viel von Plattformen wie Facebook versprechen, statt auf den Rat der Älteren zu hören. Im Video spielt Gasmilla einen Vater, dessen Sohn ihm im Intro erklärt, er habe seine zukünftige Frau auf Facebook kennengelernt. Er kenne sie bereits seit zwei Wochen und sie würde nun bei ihnen einziehen. Bald darauf bringt sie den Sohn in reichlich Schwierigkeiten.

Der Song war 2015 einer der populärsten Songs in ganz Ghana. Jedes Kind kennt ihn auswendig und weiß, wie man sich dazu bewegt. Beim dazugehörigen Tanz hält man sich einen imaginären Gegenstand auf den Kopf. Die Message lautet: Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied bzw. jeder müsse die Last seiner eigenen Entscheidungen tragen, in diesem Fall auf dem Kopf.

Mehr Musik aus Ghana: http://urbanafricaclub.com/category/ghana

Video-Playlist

gasmilla